Mobile Stuff #13

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Ich sitze gerade auf der Cebit in Halle 16 wo die aktuellen Schülerinnen und Schüler der Kölner Journalistenschule mit einem Haufen mobiler Endgeräte eine Themenseite der FAZ bestücken. Und weil alles sehr gut läuft, hab ich kurz Zeit endlich mal wieder heiße Informationen rund um den Themenkomplex Mobile Reporting / Mobile Journalism zusammenzustellen.

Unter den Zwischenüberschriften “The Great Mobile Takeover… And How it Will Impact The Next Billion” finden sich hier zum Starten ein paar schöne Infos und Links zur anhaltenden Relevanzdebatte und der generellen weiteren Entwicklung.

Raus aus der Seite – Rein in den Strom

In aller Kürze: Mobile is Eating the World. ”4.3 billion people are still not connected to the web. They will do so by getting a smartphone.” Und: “Next year, the vast majority of media will see more than 50% of their traffic coming from mobile devices.” Fragt sich dann nur wo der Traffic in dieser neuen Infrastuktur herkommt und hingeht. Dazu ganz spannend: Einblicke in die gegenwärtige Strategie von Buzzfeed: “[It] creates content in multiple formats and distributes it widely on other platforms.” (Quelle: Fast Company)

Quelle: https://twitter.com/BenedictEvans/status/573453418607611905

Quelle: https://twitter.com/BenedictEvans/status/573453418607611905

“This is antithetical to conventional Web publishing wisdom, which says that you want to keep as many eyeballs as possible looking at your stuff on your properties so you can maximize the ad dollars that stuff generates.” (Quelle: recode)

Via https://instagram.com/we_have_to_stop/

In einer World Transfixed by Screens (sehr schöne Big Picture Serie im Atlantic) ist jetzt auch offenbar kurz Zeit für eine Debatte was Mobile Journalism denn jetzt eigentlich ist. Angestoßen von Wolfgang Blau auf Facebook: “I wish the words ‘mobile journalism’ would primarily refer to journalism that is being read/viewed on mobile devices, instead of referring to ‘journalism that has been produced via mobile production gear’.” Aufgegriffen von Marc Settle auf Twitter.

Produzieren und Veröffentlichen

Meine fünf Cent zum Thema sind ein aus dem Zusammenhang gerissenes Zitat aus dem Jahr 2010: “Mobile will very soon become a meaningless word.” Weil es selbstverständlich wird. So lange und dann auch noch sollte man sich natürlich über beides Gedanken machen: Hardware und Software zum Produzieren und Veröffentlichen und Design, User Experience, Formate.

Letzteres findet man zum Beispiel auf der Seite Mobile Mondays. Hier sammelt Ana Santos, Mobile Content Producer at the Atlanta Journal-Constitution Infos zum Thema und bastelt dann auch mal Dinge: “My goal was to format this blog post to make the articles look better for a mobile screen. Here is the before and after of what I did.”

Vertikales Video ist ab jetzt okay

Mobile Reporting Dozenten, Fernsehmacher und selbsternannte Profis sind in den letzten Jahren nicht müde geworden wieder und wieder zu betonen, dass 94 Prozent aller Smartphone-Nutzer ihr Telefon beim Video filmen einfach falsch halten und Deppen seien und direkt im Anschluss haben die Profis das VVS-Syndrome Video gezeigt, bald sechs Millionen mal. Es hat alles nicht geholfen.

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Die Mehrheit aller Menschen hält das Telefon weiter vertikal beim Video drehen und App-Herstellern wie Snapchat, Vine, Instagram und anderen Verfechtern “neuer” mobiler Diensten ist es auch erst mal herzlich egal, dass ein klassischer Fernseher genau wie eine Kinoleinwand eher für horizontale Bilder ausgelegt ist (außer man heißt Xavier Dolan und bricht einfach mal mit öden alten Regeln). Robb Montgomery fragt Ende Januar noch fast etwas schüchtern auf Twitter: Is vertical video always bad? Und gibt dann mit Beispielen gleich selbst eine Antwort. Halten wir fest: Das Leben mit diversen Screengrößen, Geräteklassen und immer mehr Ausgabegeräten fordert mehr als ein One-Size-Fits-All. Nicht so schlimm.

Livestream Hype

Achtung, Achtung. Vielleicht haben Sie gerade den Meerkat-Trend verpasst. Für ungefähr genau zwei Tage gab es urplötzlich eine neue App mit der man auf Twitter ganz einfach Live-Videos anfertigen und veröffentlichen konnte. Sehr viele Menschen schrieben ganz schnell über diese mit einem Erdmännchen versehene neue Super-App und dann schrieben gleich noch mal mehr Leute drüber und dann war der Hype auf einmal wieder vorbei. Weil Twitter mit Konkurrenzprodukt im Portfolio der viralen Verbreitung mittels technischer Restriktion einen kleinen Riegel vorschob und weil sehr viele Early Adopter merkten, dass so ein Stream immer und überall auch irgendwie an Reiz verliert. Ähm, zumindest wenn man nicht im Universum von YouNow unterwegs ist.

CC BY 2.0 / Flickr: Meerkat / At the zoo / Novosibirsk / Siberia / 24.07.2012 Mikhail Koninin

CC BY 2.0 / Flickr: Meerkat / At the zoo / Novosibirsk / Siberia / 24.07.2012 Mikhail Koninin

Was übrig bleibt: Livestreamen ist sehr einfach. Bambuser ist auch toll. Und egal ob hochkant oder nicht, hier sind 5 tips for streaming live video from a smartphone.

Neue Apps

Neue Apps ausprobieren ist immer gut. Eine mächtige Liste (sieben Seiten stark) findet sich hier. Schön und praktisch finde ich gerade YouTube Capture und AudioCopy (iOS), die sind beide in der Top 10 Liste des derzeit umtriebigen Robb Montgomery. Mit Capture lassen sich sehr einfach und schnell Videoschnipsel trimmen, zusammenfügen und auf YouTube veröffentlichen. Mit AudioCopy lassen sich schnell Audios aufnehmen und zu diverseste Apps durchleiten. Praktisch.

Ansonsten sollte man sich derzeit sicherlich mal näher mit Snapchat befassen. Allein schon durch die zahlenbasierte Relevanz in den USA. Und für alle die das zu weit weg finden, hier noch eine kleine Fallstudie einer Teenagerin (15) aus Bonn. Ich habe zu Snapchat hier als App der Woche ein paar Sachen aufgeschrieben. Und überhaupt: Snapchat Discover could be the biggest thing in news since Twitter. Könnte, sollte, müsste – mal sehen. Interessant an der Software-Front noch: Alternativen zu Filmic Pro – die stürzt nämlich in letzter Zeit öfter mal ab.

Hardware-Kram

Man kann ja so unfassbar viel mit herumtragen. In Rucksäcken und Rollkoffern. So viel Equipment. Kann man alles kaufen und einpacken. Für den Fall der Fälle. Glen, der die MojoConIRL Konferenz organisiert hat dazu aufgerufen das persönliche Mobile Reporting Kit zu fotografieren. Eine ganze Reihe von Bildern finden sich unter dem Hashtag #mojoconedc. Wie praktikabel das jeweils ist hängt von eigenen Vorlieben und den jeweiligen Gegebenheiten ab. Meine persönliche Herangehensweise inzwischen: Less is more. Aber zum Angucken trotzdem schön: Check out what kit top mobile journalists are using.

Gekauft habe ich den vergangenen Wochen lediglich das Shoulderpod. Einfach und gut. Und auf ein ergänzendes Stativ schraubbar. Einen Selfie Stick habe ich immer noch nicht. Dabei kann man damit doch 10 Hollywood-reife Shots filmen. Okay, hier ist der angeblich Längste. Prinzipiell auch weiterhin spannend: Wireless camera for your smartphone.

How To: Practice, practice, practice

Hier noch ein paar Tipps, Tricks und Best Cases

Und sonst?

Sonst noch was vergessen? Freue mich über Hinweise. Thx!

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