Mobile Stuff #8

Die Internationalen Volontäre der Deutschen Welle

Den besten Satz zum Thema Mobile Reporting in den letzten Wochen sagt der elfjährige Schülerpraktikant heute im Auto auf dem Weg zum Mobile Reporting Seminar: “Und was ist daran so besonders Audio mit einem Smartphone aufzunehmen?” Nichts.

Es geht. Es wird gemacht. Es ist – wie ich nicht müde werde zu betonen –  in den allermeisten Fällen von einer Qualität die ‘good enough’ ist, um sie zu senden oder in professionellem Umfeld sonst wie zu verwenden. Im Radio, Im Fernsehen, im Internet. Live und on demand. Und nach dem ersten auf einem Mobiltelefon geschossenen Foto auf der Seite Eins der New York Times im Jahr 2004, findet man im Jahr 2013 ein mit der App Instagram geschossenes Bilder an gleicher Stelle.

Natürlich kann man die journalistische Nutzung von Smartphones von mir aus sehr gerne als McGyver-Journalismus diskreditieren. Einzig: Man begibt sich damit schnell in das Fahrwasser der Bewahrer, Zauderer und Festhalter, die am Ufer  langsam kleiner werdend in das ewig gleiche alte Horn pusten. Man reiche Ihnen bitte ein Pergament bedruckt mit dem Wikipedia-Eintrag über die Geschichte des Journalismus: Der Journalismus hat sich im Laufe seiner mehr als 2000 Jahre währenden Geschichte jeweils der neuesten Technologien bedient. Word! Als ergänzende kuriose historische Randnotiz zum McGyver-Taschenmesservergleich noch das hier –> The New Swiss Army Knife: Bill Gates Predicts the iPhone in 1995.

Zurück in die Gegenwart. Und das mit einer Monsterzahl. 7,1 Milliarden. Zitat: this summer we will hit the ‘mobile moment’ ie that point in time when for the first time ever on this planet, a consumer technology will match the human population in size. Das steht hier. Und das ist gewaltig. Vor allem wenn man kurz noch mal die Entwicklung gängiger Consumertechnologie gegenüberstellt.

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Auffällig oft in den letzten Wochen werden zum Thema Mobile Reporting übrigens Erkenntnisse aus der internationalen Fort- und Weiterbildung gepostet. Die Phase des ersten professionellen Herumprobierens scheint vorbei. Auch wenn Veteran Neal Augenstein sehr viel Platz bei MediaShift eingeräumt bekam, um den eigentlich trivialen Vorgang eines Soundcloud-Tweets, inkl. Bild und Ortsmarke als “How I Created the Ultimate Tweet with Text, Pictures and an Audio Report” zu (v)erklären. Auch Nick Garnett auf unserer Seite des Atlantiks probiert weiter fleißig Gadgets und Zeugs. Siehe hier: Currently Under Test.

Interessante Erkenntnisse aus der Vermittlungsarbeit, inkl. Slides zum Stöbern:

Und sonst? Bin ich vor allem von der Begeisterungsfähigkeit und dem Experimentierwillen der aktuellen Internationalen Volontäre der Deutschen Welle angetan. Die haben nicht nur ein komplettes Vorstellungsvideo einzig und allein auf einem iPhone 5 gedreht, geschnitten und veröffentlicht (Screenshot oben, ganzes Video hier), sondern mausern sich auch langsam zu Deutschlands neuen Vine-Experten mit dieser Vorstellungswand: Wir in 5 Wörtern und der Formatidee: 6 Sekunden für die Kreativität.

Kurzer Einwurf noch zur Debatte um iOS Video-Editing-Apps. Mein Favorit bleibt iMovie. Es ist perfekt auf das iOS-System angepasst und trotz kleiner Limitationen (vor allem partielles Audio-Editing) sehr intuitiv und einfach zu bedienen. Bin nie sonderlich gut mit den Vericorder-Produkten (VC Audio, 1st Video, Voddio) klar gekommen – trotz mehrfachem Durcharbeiten der elend langen Bedienungsanleitungen. Unternehme aber jetzt noch mal einen Versuch Voddio zu mögen. Splice, das Marc Settle empfiehlt ist sehr einfach zu bedienen und hat ein paar nette Features. Das letzte Update war aber im November 2011 und das Programm stürzt zumindest bei mir verhältnismäßig oft ab…

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Eine Sache können wir diese Woche hier übrigens auch noch klären. Wo zum Teufel sind die Mikros beim iPhone 4s und dem iPhone 5? …they are not where you (or I) think, schreibt Glen Mulcahy.

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Und sonst?

1 Kommentar

  1. Jürg Vollmer

    Habe dem Kollegen Wiegold in seinem Blog auf die Kritik am McGyver-Journalismus geantwortet. Kurz zusammengefasst:

    - Was kann Ihr Olympus-Recorder besser aufnehmen und schneiden (!), als ein iPhone mit dem RØDE iXY-Mic?
    - Und was kann Ihre Canon (IXUS?) besser fotografieren und nachbearbeiten (!), als ein iPhone mit entsprechenden Apps?

    Ich habe die Entwicklung vom 4 Kilogramm schweren Uher 4000 Monitor und dessen 12-Minuten-Schnürsenkel-Tonbandspulen (1982) bis zum iPhone mit erlebt und ich bin überzeugt, dass der Qualitätsjournalismus nicht am kleineren und leichteren Equipment krankt, sondern an den Sparübungen der Medienmanager.

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