Mobile Stuff #12

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Illustration via Oliver Munday. Go and check his work http://omunday.tumblr.com/

Wenn es noch nicht passiert ist, dann wird es passieren. In den kommenden Monaten…So beginnt ein aktueller Artikel im Guardian der darauf hinweist, dass die mobilen Zugriffe auf Websites der BBC, des Guardian selbst und bald auch aller anderen Websites die Zugriffe von Laptops oder Desktop PCs übersteigen.

Eine weitere Wegmarke der mobilen Revolution die so alltäglich geworden ist, dass es gut tut, mal kurz Jeff Bezos zuzuhören, der in einem Interview mit Outlook India den großen Blick behält und feststellt:  It’s kind of straight out of science fiction.

Alles überall

Wohin die flächendeckende Verbreitung und Nutzung von Smartphones führen wird? Das kann noch niemand sagen. Bezos verweist auf die Erfindung des Flugzeugs, das – etwas verkürzt – zur Globalisierung führte und das Auto, das – nach Bezos – Suburbia erschuf. Seine Beobachtung: Mobiltelefone werden immer günstiger, die verwendete Technologie wird besser und mit ausreichender Netzverbindung lassen sich Funktionalitäten in die Cloud auslagern.

In den kommen Jahren werden noch mehr Menschen Inhalte nicht nur mobil konsumieren, sondern auch mobil erstellen. Etwas zugespitzt in der Überschrift beim NewStatesman: Everyone’s a war reporter in an always-connected world.

Stolz und Vorurteil

Kein Wunder, dass traditionelle Medienanbieter seit geraumer Zeit – mit mehr oder weniger Erfolg – sehr genau darauf achten, den Anschluss nicht zu verlieren. „Rather than be shame-faced about this, it’s something we’re hugely proud of“ schreibt Mark Wray, head of the BBC College of Journalism in dem Artikel The smartphone revolution and why training matters: The truth is we’re in the midst of a revolution in newsgathering. One in which a single reporter, almost anywhere in the world, can become (with the right training) a mobile outside broadcast unit.

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Das ganze Video hier http://www.bbc.co.uk/news/world-asia-china-29413039

Gefilmt auf einem Smartphone, twittert Marc Settle. Und wenn man im Video nicht das gelbe Kopfhörerkabel sehen würde das den Interviewpartnern entgegengehalten wird um da reinzusprechen, man würde es nicht merken. The New Normal. Empfehle den Kollegen das Video 7 Great Techniques for Hiding Lav Microphones. Wobei mich das überhaupt nicht im Bild stört. Und nachwachsende Generationen derzeit sowieso komplett neue Standards prägen. Bitte mal BibisBeautyPalace anschauen. Artikel hier.

Good Enough

Nach diesen etwas allgemeineren Anmerkungen rein ins Klein-Klein des täglichen Geschäfts. Es gibt eine ganze Reihe neuer Smartphones. Und – die Screens werden derzeit größer. Prinzipiell gute Nachrichten für Menschen die auf dem mobilen Gerät Audios und Videos und Texte und Bilder produzieren und / oder bearbeiten wollen. Das bringt neue Fragen der User Experience mit sich. Und hoffentlich schöne neue Antworten.

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Designing for Large Screen Smartphones http://www.lukew.com/ff/entry.asp?1927


Etwas gelangweilt bin ich derzeit von der Frage welches Smartphone um alles in der Welt die besten Bilder produziert. Welche Smartphone-Kamera ist die beste, fragt sich die Zeit. Die Antwort: Samsung macht das Rennen. Mike Elgan weist auf Ergebnisse der DXO Labs hin und kommt zu dem Ergebnis, dass das iPhone 6 die beste Kamera hat. Dann kann man natürlich auch noch Smartphones und Tablets vergleichen iPad Air 2 vs iPhone 6 camera comparison und ein Smartphone mit einer Fernseh-Kamera und Äpfel und Birnen und noch irgendwas. Und dabei nicht die Begeisterung und Superlative vergessen: The iPhone 6′s New Camera Could Forever Change Filmmaking.

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Kann man vergleichen, aber so?! http://cnn.it/10K7Pir

Meine bescheidene Meinung zu diesen ganzen Tests:

  1. Alle aktuellen Smartphones liefern eine Qualität die im Bedarfsfall ‚Good Enough‘ ist
  2. Es gilt immer die Abwägung: Journalistische Relevanz versus Qualität des Audios / Videos
  3. Der Fotograf oder die Fotografin macht das Bild / Video – und nicht die Ausrüstung
  4. Die beste Kamera der Welt ist die, die man mit dabei hat
  5. Dunkelheit kugelt nahezu alle Geräte raus. Pro-Tipp für unterwegs: Zweites Smartphone mit Taschenlampen-App als Zusatzlicht

Inspector Gadget

Auch im Bereich ergänzender Hardware ist in den letzten Monaten – wie immer – eine ganze Menge passiert. Wer ein externes Kondensatormikrofon phantomspeisen möchte, der kann jetzt neben dem iRig Pre auch das iRig Pro nutzen. Ist deutlich teurer, bietet aber beispielsweise einen Lightning-Anschluss.

650_1000_relonch_2Sonst noch aufgefallen ist mir die Relonch Camera. Eine Art iPhone-Ummantelung mit optischem Zoom und eigener App. Erinnert etwas an die Audio-Lösung von Fostex. Kann man machen. Muss man aber nicht. Ist teuer und ich prognostiziere, dass man Relonch nicht mit dabei hat, wenn man sie dann braucht und sträflich vermisst. Ähnliches gilt für das Manfrotto KLYP+.

Vielleicht äußert sich hier aber auch nur mein über die Jahre stärker werdender Hardware-Pessimismus. Finde die technischen Spielereien interessant, verweise da aber lieber auf Leute wie Glen. Und natürlich auf Guy, der nebenan Useful gadgets for journalism trainers vorstellt. Vor allem der Wifi Mini Router hat es mir angetan.

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Zum Schluss noch mal ein herzliches Dankeschön an @smartfilming – nicht nur für die freundliche Erwähnung, sondern für das Vorantreiben, das Vernetzen und viele Anregungen…

Und sonst?

1 Kommentar

  1. Pingback: Mobile Journalism 2015 | Marcus Bösch

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