Mobile Journalism 2014

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Neulich auf einer Konferenz. Nein, nicht der Next. Eine junge Kollegin bittet zum Kurzvideointerview. Sie zückt Ihr Smartphone, stellt eine Frage, filmt die Antwort, bedankt sich und geht. Später wird der Videoschnipsel zusammen mit weiteren auf der Website einer österreichischen Tageszeitung erscheinen. Eingebettet in einen Text, dazu Fotos – ebenfalls auf dem Smartphone geschossen. Es ist 2014. Niemand wundert sich, niemand schüttelt sich. Das neue Normal. Smartphones sind als Arbeitswerkzeug weitestgehend akzeptiert. Und Kai Diekmann macht mit.

2009 – 2014

Niemand bestreitet, dass Spiegelreflexkameras und andere technische Geräte bisweilen eine bessere Qualität liefern. Aber kaum noch jemand bestreitet, dass Smartphones eine Qualität liefern die „good enough“ ist.

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Musste in den letzten Tagen öfter an die Mobile Reporting Exerimente mit Guy Degen aus dem Jahr 2009 denken. Ausgestattet mit einem Nokia N82 filmen wir uns beim Filmen und streamten Video in grauslicher Qualität von einem Balkon in Bonn. Der Dienst Qik von damals hat übrigens Ende April seinen Dienst eingestellt. Mission accomplished. Andere werkeln derweil mit der ersten Generation von Google Glass herum, kleben Kameras an Drohnen und experimentieren mit Dingen, die in wenigen Jahren vollkommen normal sein werden. Gut so!

Mobile Reporting Deluxe

Hier nach einem guten halben Jahr Blogpause noch einmal Fundstücke zum Thema. Zur Einstimmung zwei kleine Meldungen:

Wer es noch nicht gesehen hat, sollte sich auf jeden Fall erst mal das Projekt der Axel Springer Akademie „Unter anderen“ anschauen. Ein High End Mobile Reporting Experiment. Hier noch ein bisschen Background und Reaktionen auf das Projekt. Ich durfte das Team vorher eine Woche lang auf den Einsatz vorbereiten.

Die nachhaltigsten Auswirkungen im letzten halben Jahr Mobile Reporting hatte ganz sicherlich das Update von iMovie auf mobilen iOS-Geräten. Ivo Burum bringt es auf seinem Blog Citizenmojo ganz schön auf den Punkt: iMovie 2.0 ahead of the pack. Dem kann ich wenig hinzufügen. iMovie 2.0 hat dramatisch an Funktionsumfang gewonnen. Das Interface ist dennoch einfach zu bedienen. Eine sehr gute mobile Videoschnittlösung.

Was es vor dem Schnitt so beim Video-Berichterstatten im Selfie-Modus zu beachten gibt, beschreibt Sandra Sperber hier. Schön zu sehen, dass auch Spiegel Online inzwischen mit Mobile Reporting experimentiert.

Hard- und Software

An der Hardware-Front gibt es diverse interessante Neuerungen. Zum Biespiel die hier: Das iRig Mic gibt es jetzt auch in HD. Die größte Änderung? Der Sound geht jetzt nicht mehr mittels Miniklinke in den Kopfhörerausgang, sondern digital in den Schlitz für das Aufladekabel. Sicher eine gute Entwicklung. Wer diese Seite hier verfolgt weiß, dass ich inzwischen aber nahezu immer auf externe Mikrofone verzichte. Dennoch. Interessant.

Neuerungen gibt es natürlich auch im Bereich Software. U.a. einen neue Version von Photoshop Express, obwohl ich derzeit immer noch lieber Snapseed verwende: Adobe updates Photoshop Express for iOS with new design and features.

Wer nachlesen will, wie man bessere Fotos macht, HDR nutzt, generell Mobile Reporting betreibt oder wissen will was der Bokeh Effekt ist, der findet auch 2014 einen ganzen Berg von Blogpostings, Anleitungen und neue Lektüre. Robb Montgomery beispielsweise hat einen „Field Guide for Mobile Journalism“ verfasst, unterteilt in vier Sektionen: Photo, Video, Audio und Expert. Misha Baranovic hat auch ein eBook geschrieben. Es heitß: iPhone Photography – How to Shoot, Edit and Share Great Photos with Your iPhone.

Neue Apps gibt es natürlich auch. Steller ist so eine. Cinematic noch eine. Muss gestehen, dass bei mir derzeit eine gewisse Sättigung erreicht ist. Obwohl, wenn es Refresh auch diesseits des Atlantiks gibt, schau ich mir das mal an. Und Pixifly klingt auch sehr gut. Wired schreibt: Our Favorite New App Makes It Easy to Search Instagram by Location. Interessant und ausbaufähig aber ganz sicher auch noch:

Soweit erstmal. Alles macht weiter.

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Die neue AR Drone macht offenbar ordentlich was her. Ein recht umfassender Artikel zum Thema #Drohnenjournalismus findet sich in der Columbia Journalism Review hier. Und CNN setzt nach Smartphones und iReport-Uploadfunktion offenbar auch direkt auf Google Glass: Why CNN is bringing its citizen journalism tool to Google Glass.

Etwas zu kurz gekommen ist hier jetzt die Debatte Android versus iOS. Ich verweise da freundlich auf Marc Settle: “But I remain to be convinced that Android devices are wholly ready to supplant the iPhone as the in-depth reporting tool of choice for journalists.” Ganzer Artikel hier. Über Wearables reden wir auch mal wann anders. So lange muss dieses Chart herhalten.

Und sonst?

Top Drei Infoquellen

Hab ich was vergessen? Bitte gerne Links schicken. Danke! 

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