Professionelles Spielzeug 2020

Wir arbeiten immer noch mit Smartphones. Denn die zukünftige Generation von Arbeitsgeräten lässt noch auf sich warten. Und wahrscheinlich wird das alles auch noch ein bisschen dauern. Also bis wir multifunktionale leichte Brillen tragen, mit denen wir filmen, unsere Umgebung verstehen, mit digitalen Daten anreichern und so weiter. “Execs think they could replace iPhones in roughly a decade.” 😱

Bleiben wir also noch ein wenig bei unseren immer besseren Smartphones, die wir 2020 meiner Ansicht nach um ein kleines aber feines Arsenal ergänzender Gerätschaften erweitern sollten. Zum Beispiel mit der oben abgebildeten kleinen Drohne, der Mavic Mini von DJI. Die flog eben etwas zu laut durch mein Wohnzimmer, verfing sich im Adventskalender der Kinder und landete unsanft nach 26 Sekunden Flugzeit. Was für ein absonderlicher Fortschritt hier in den letzten sieben Jahren passiert ist. 2012 flog ich mal ein wenig mit der AR.Drone 2.0 durch die Gegend und betrieb mit Lorenz Matzat eine Weile lang eine Website zum so genannten Drohnenjournalismus.

Mavic Mini

Im Jahr 2019/2020 wiegt die Mavic Mini 249 Gramm, benötigt also keine feuerfeste Plakette mit dem Besitzernamen, keine Aufstiegsgenehmigung, sondern lediglich eine schnell online abzuschließende Drohnen-Haftpflichtversicherung und dann geht es los. In beachtlicher Qualität. Und beachtlicher Größe. Passt fast in die Hosentasche. Fliegt 28 Minuten pro Akkuladung und die 12-Megapixel-Kamera samt Dreiachsen-Stabilisierung fertigt bis 2,7K Videos an. Wow!

Spectacles 3

Snap hat diesen Herbst die dritte Generation seiner Spectacles-Brille präsentiert. Ich hab den Sommer über mit der zweiten Gerätegeneration ausgiebig herumhantiert. Und einen Workflow perfektioniert, der wie folgt aussah:

1) Aufnehmen von 15 Sekunden Videos mit der Brille, u.a. auch unter Wasser
2) Übertragen der Videos auf das Smartphone
3) Exportieren der Videos im Hochformat
4) Bearbeiten der Videoschnipsel in Luma Fusion
5) Export und Upload in die Insta-Story

Klingt kompliziert, ließ sich aber pro Story – bestehen aus 5-7 Slides – auf ca. 20 Minuten Bearbeitungszeit reduzieren. Nichts, was sich nicht mal eben im Urlaub auf dem Weg vom Pool in die Küche erledigen ließe. Die dritte Generation der Brille (Review) für 370 Euro werde ich mir nicht kaufen. Auch wenn mich die Möglichkeit AR-Filter nachträglich ins Bild zu setzen schont reizt. Ich warte ab was Evan Spiegel mit der vierten Generation vor hat. Eine sehr schlaue und mittelfristig meiner Ansicht nach aufgehende Strategie durch Iterationen das Produkt zu schleifen.

Multi-Cam

Das einzige was mich bei der Präsentation der neuen Generation iPhones wirklich begeistert hat, ist der Multi-Cam Support. Man muss sich das mal kurz noch mal vergegenwärtigen. Bald wird es möglich sein u.a. mit der professionellen Video-App Filmic Pro alle vier(!) Kameras des iPhone 11 Pro gleichzeitig aufzunehmen. Hier ergeben sich vollkommen neue Möglichkeiten der Videoproduktion. Hier ergeben sich filmische Möglichkeiten die bislang so nur mit mehreren Kameras möglich waren. Video.

Shoulderpod G2


Ebenfalls neu. Das Shoulderpod G2 für 59,90 EUR. Kann man machen. Ich persönlich bin ja eher Freund des Minimalismus. Abgesehen von smartem Spielzeug wie Spectacles, DJI, Insta 360 X, etc. Aber wer externen Ton, Licht und eine solide Halterung braucht, der ist mit dem G2 sicher gut bedient. Keine direkte Kaufempfehlung, aber mal anschauen.

Und damit können wir nach so viel Hardware auch mal zur Software überwechseln. Und da muss man Ende 2019 mal wieder und ganz besonders über TikTok reden. Vor allem darüber ob es eine gute Idee ist da mitzumachen. Ob man es sollte. Oder müsste.

TikTok

Die Nutzer*innenzahlen von TikTok international sind beachtlich, mit Hawaitoast der Axel Springer Akademie und der Taggesschau sind zwei gewichtige deutsche mediale Akteure dieses Jahr aktiv geworden, zudem mehr und mehr Promis. Gleichzeitig belegen Recherchen von Netzpolitik Zensur und diskriminierende Moderationsregeln. Was nun? Im Blick behalten. Das denken sich offenbar viele, denn von den Accounts denen ich aktiv folge, sind nur wenige aktiv. Und sonst? Gibt es hier einen growth-orientierten TikTokNewsletter.

Das Umfeld, die Formate, die Inhalte und vor allem der plattformstrukturelle Überbau (dazu: Platforms and Publishers: The End of an Era) und  Praktiken des Unternehmens machen mir im Moment auf jeden Fall noch recht wenig Spaß. Überzeugen Sie mich doch bitte gerne vom Gegenteil. Jetzt. Hier. Bis dahin empfehle ich gerne noch mal diesen sehr langen aber sehr schönen Text über TikTok im New Yorker. Diese sicher diskussionswürdige Liste 12 Dinge, die erfolgreiche Tiktoker*innen tunund alles weitere und vor allem aktuelle im Social Media Watchblog, den ich jetzt endlich abonniert habe.

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