Die ultimative Mobile Reporting Gadget Liste

Eigentlich bin ich ja Purist. Für mich spielt das Smartphone seinen größten Vorteil aus, wenn man sonst ganz genau gar nichts an Zusatzhardware mit dabei hat. Außer natürlich dem Kopfhörerkabel mit integriertem Mikro und – zugegebenermaßen – einer kleinen Powerbank. Wenn man will, kann man natürlich sehr viele verschiedene Dinge an das Telefon dranschrauben, klemmen oder ergänzend mitnehmen. Hier eine völlig subjektive und komplett unvollständige Liste von EUR 1 bis EUR 1999. Im Fokus: Die beiden zentralen Qualitätskriterien beim mobilen Bericht erstatten – guter Ton und ein ruhiges Bild.

EUR 1 – Das Ansteckmikro

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Kollege Guy Degen hat mir diesen Mikrotest gezeigt. Es treten an: ein chinesisches Billigprodukt von Ebay und ein Sennheiser MKE 400. Aber sehen und hören Sie selbst. Hier. Fazit: Auch ein sehr günstiges Mikro kann sehr von Vorteil sein, da es schlicht und ergreifend viel näher am Mund ist, als ein wesentlich teureres Produkt, das am Telefon oder der Kamera selbst befestigt ist. Man kann natürlich auch gerne mehr Geld dafür ausgeben und eine bestimmt noch bessere Qualität bekommen. Wer jetzt sagt: Ein Euro ist günstig, der kann hier gleich seinen nächsten Euro investieren: How To Make A Camera Magnifier Using The iPhone – alles was man braucht ist ein alter Laserpointer. Ebenfalls bei Ebay zu haben.

EUR 11 – Das doppelte Ansteckmikro

Bildschirmfoto 2016-12-16 um 12.08.42Ein Ansteckmikro ist gut. Zwei Ansteckmikros sind besser. Noch besser: Die Zwei-in-eins-Lösung. Zum Beispiel um die Fragen und die Antworten von zwei vor der Kamera befindlichen Menschen aufzunehmen. Ja, das ist nicht die komfortabelste Lösung und ja die Miniklinke ist ggf. ein Auslaufmodell, aber hey elf Euro ist jetzt auch nicht so teuer. Hier.

EUR 18 – Der Selfie-Stick

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Der Selfie-Stick, Phänomen einer neuen Zeit. Prinzipiell eine okay Idee. Allerdings sollte man ganz unbedingt darauf acht, dass es ein Dreibeinstativ mit dazu gibt. Denn nur so kann man den Stick sinnvoll irgendwo hinstellen, um sich fortan auf das Reden und Gestikulieren in Richtung Kamera zu konzentrieren. Sieht bei der Produktion vielleicht nicht 100% professionell aus. Ist Zuschauerinnen und Zuschauern am Empfangsgerät aber herzlich egal. Nicht teuer. Und dafür ein bisschen kurz. Aber man kann Stick und Stativ auf irgendwo drauf stellen: Parkbank, Stromkasten, etc. Hier ein Test.

EUR 119 – IK Multimedia iRig Mic HD

Bildschirmfoto 2016-12-16 um 12.22.59Eine solide semi-professionelle Mikro-Lösung, wenn man ein Handmikro haben möchte, zum Beispiel um Vox Pops in der Fußgängerzone einzusammeln. Mit gebrandetem Mikroschutz verwandelt man sich so innerhalb von wenigen Sekunden von einem Hobbyjournalisten in einen „echten“ Journalisten. Für iOS und Android. Also mit Lightning oder Mini-USB Anschluß. Hier ein kleiner Testbericht.

EUR 199 – Apple Airpods

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Man kann die drahtlosen kleinen neuen Kopfhörer von Apple gerne doof finden. Sie funktionieren nur mit Apple-Geräten, halten derzeit nur ein paar Stunden lang durch und überhaupt. Aber jeder mobile Reporter sollte hier mal kurz aufhorchen. Denn ganz grundsätzlich deuten sich hier zumindest theoretisch natürlich sehr tolle Möglichkeiten an. Zwei Gesprächspartner jeweils mit einem Knopf im Ohr laufen herum und beide Audiospuren werden aufgenommen. Keine Ahnung ob das in der ersten Generation von Geräten oder überhaupt möglich ist oder sein wird. Aber warten wir mal ab welche Einsatszenarien sich für die Berichterstattung finden werden. Wartezeiten im deutschen Store gerade: Sechs Wochen. Hier ein kleiner Test.

EURO 292 – Rode RodeLink Filmmaker Kit

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Ein bisschen unhandlicher, dafür aber deutlich günstiger als die klassische Funkstrecke von Sennheiser (EUR 595). Die ideale Lösung, wenn man vor der Kamera Bewegungsfreiheit braucht. Schön Anzuschauen beispielsweise beim First Intercontinental Live Video Broadcast von SKY News 2013. Rode – technische Infos.

EUR 308 – DJI OSMO Handheld

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Wenn – und nur wenn – man Platz und Zeit hat, um irgendwas zu einem Dreh mitzunehmen, dann ist dieses Ding hier ein heißer Kandidat, um immer ruhige Bilder zu haben. Es empfiehlt sich das mal in Aktion in diesem Werbevideo anzuschauen. Das Osmo Handheld ist ganz schön schwer, hat einen Akku der auch irgendwann alle ist, aber die Videos die man damit anfertigen kann – inkl. ruhigen Schwenks und automatischer Gesichtserkennung und -verfolgung sind schon ziemlich beeindruckend und haben wenig mit den allseits bekannten Handy-Wackelvideos zu tun.

EUR 338 – Rico Theta S

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360 Grad Fotos und Videos sind ein Thema. Es gibt zumindest in China bereits ein Smartphone das eine integrierte 360-Funktionalität hat (siehe hier), aber bis diese vielleicht auch in unsere Smartphones wandert, muss man sich mit ergänzender Hardware helfen. Hier gibt es zunehmend eine ganze Reihe von Aufstecklösungen. Die Ergebnisse der Insta Nano für das iPhone konnten mich aber im Videobereich bislang gar nicht überzeugen. Bevor man hier über 200 Euro ausgibt, sollte man sich überlegen ob man nicht doch zu einem ganz externen Gerät wie der Rico Theta greift. Die macht ganz schicke Fotos, die Videoqualität ist allerdings auch noch nicht überragend. Hier soll ein Nachfolgemodell aber nachbessern. Fotos und Videos können drahtlos mittels ergänzender App auf das Smartphone gesendet werden, um von dort beispielsweise direkt bei Facebook zu landen. Ziemlich wahrscheinlich, dass wir in Zukunft auch in 360 Grad streamen oder Geschichten erzählen. Disclaimer: Ich arbeite hier mit dem Startup Vragments an einem webbasierten VR Storytelling CMS namens Fader.

EUR 1999 – DJI Phantom 4 Pro Plus

Bildschirmfoto 2016-12-16 um 13.37.11Zugegebenermaßen verlassen wir hier den direkten Bereich von ergänzender Smartphone Hardware. Aber zum einen sollte man sich ganz einfach mal anschauen was Drohnen in dieser Preiskategorie inzwischen so können (Werbevideo), zum anderen sollte man abseits der notwendigen Rechte- und Sicherheitsdebatte (Checkliste) auch mal nach vorne schauen. Nixie und AirSelfie zeigen hier vieleicht auf, wie wir in wenigen Jahren arbeiten werden. Und sobald man die kleine Zusatzdrohne dann aus dem Smartphone herauszieht, damit sie einem in den kommenden Minuten autonom folgt und dies streamt, können wir uns Gedanken machen wie man das journalistisch am besten einsetzt.

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